Landwirtschaft | Pferdehaltung | Energie

Mit der Errichtung eines Blockheizkraftwerkes zur Erzeugung von Strom und Wärme aus nachwachsenden Rohstoffen ist der Berwangerhof auch Energielieferant. Der nachhaltig produzierte Strom wird ins öffentliche Netzt eingespeist. Die dabei anfallende Wärme deckt den Heizbedarf der am örtlichen Verteilnetz angeschlossenen Haushalte.

Inbetriebnahme

2006

Fermentervolumen

3 x 1.750 m3 abgedeckt & 1 x 2.500m3

Gasspeicher

externer Speicher 500 m3
Fermentervolumen 600 m3

Silo-Lagerfläche

68 x 50 m (10.000-12.000 Tonnen Substrat)

BHKW

GE Jenischer – MS 312 GS-B.LC

Leistung

549 kWel. / 578 kWth.

Volllaststunden

> 8.700 h/a

Nahwärmenetz

Gemeindezentrum Dettighofen

Ortsteil Berwangen

Substrate

Mais, Pferdemist > 40%, Durchwachsene Siplhie

Bei der Biogasproduktion kommt es zu verschieden biologischen Abläufen bei der es zur Zersetzung organischer Stoffe unter Ausschluss von Luft (Sauerstoff) kommt. Organische Masse (Maissilage, Pferdemist, etc.) wird in einem anaeroben Abbauprozess durch Mikroorganismen zersetzt. Die Biogasanlage Berwangerhof basiert auf der thermophilen Prozessführung bei etwa 53-55 ° Celsius. Die Methanbildung in mehrere Phasen aufgeteilt an deren Ende die Methanogene Phase steht, in welcher die finale Biogasbildung stattfindet. Der Methangehalt des Biogases liegt bei 50 – 54 % und variiert je nach Einsatzstoffen und Kontinuität des Substratinputs.

Durchwachsene Silphie

Mit dem stetigen Versuch neuer Sorten und Einsatzstoffe als Substrat für die Biogasanlage versuchen wir kontinuierlich die Biodiversität auf unseren Ackerflächen weiter zu erhöhen. Mit dem gesteigerten Einsatz von Pferdemist als Substrat von heute mehr als 40 Massenprozent wurden die konventionellen Einsatzstoffe deutlich verringert. Seit 2016 bauen wir auf einem Teil unserer Fläche die Durchwachsene Silphie an. Eine überjährige Kulturart, die mit einem Minimum an Maschinen- und
Düngemitteleinsatz sehr gute Erträge erreicht. Aufgrund ihrer Vielzahl von Blüten und einer Blütezeit von Juni bis September stellt sie ein optimales Refugium für die heimischen Bienen dar.

Das BHKW der Biogasanlage liefert 500 kW elektrischen Strom und in etwa die gleiche Menge an Wärme pro Stunde. Der produzierte Strom wird in das örtliche Netz eingespeist und zu den Verbrauchern weitergeleitet. Die im Verbrennungsprozess entstehende Wärme wird über Nahwärmeleitungen im Boden zum einen in die Gemeinde transportiert. Dort werden das Rathaus, die Gemeindehalle, das Feuerwehrhaus mit Bauhof sowie der Kindergarten, mit Wärme versorgt. Zum anderen werden im angrenzenden Dorf mehr als 20 Haushalte mit der erneuerbaren und nachhaltigen Wärme versorgt.